Körperliche und emotionale Versorgung

Bei den aufgenommenen Kindern wurden jahrelang die elementaren Bedürfnisse vernachlässigt. Gemeinsam in einem Zimmer mit anderen Kindern in ihrem Alter werden sie zu einer Einheit. Gemeinsam entdecken sie die Welt, spielen miteinander, streiten und versöhnen sich wieder. In der Gruppe und im Zimmer lernen die Kinder, sich mit anderen auseinander zu setzen. Gemeinsam aufgestellte Regeln und konsequentes Handeln geben den Kindern Sicherheit im Umgang miteinander.

patenschaft-8In den verschiedenen Mal-, Bastel und Werkräumen haben sie viele Möglichkeiten ihre Kreativität frei zu entfalten und Hobbies und Neigungen herauszufinden. Die Sporthalle, der hauseigene Spielplatz, ein gut gefüllter Fahrradschuppen, der Computerraum und die Bibliothek runden das volle Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten ab. Jedes Kind soll lernen, seine Fähigkeiten und Fertigkeiten bewusst wahrzunehmen. Die fest zugeteilten und ausgebildeten Erzieher kümmern sich um das Wohl jedes Einzelnen. Regelmäßige Mahlzeiten sind in der Kinderarche selbstverständlich. Wie in jeder heilen Familie lernen die Kinder hier miteinander Entscheidungen zu treffen und auf den anderen einzugehen. Aber auch die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen, zu formulieren und den anderen mitzuteilen, lernen sie hier. Dieser Bereich wurde bei den meisten der Kinder vernachlässigt.

patenschaft-5Sprechen und Sprachverständnis sind wichtige Grundlagen für die positive Entwicklung der Kinder. Im Kleinkindalter wird in spielerischer Form durch Gespräche, Vorlesen, Spiele, Lieder usw. bei jedem Kind die Sprachfreude angeregt.

Wichtiger Bestandteil des Kinderheimes ist die Hinführung der Kinder zur Selbständigkeit und Eigenverantwortung. Das beinhaltet unter anderem eigenständiges An- und Ausziehen, Aufräumen, Essen, Hausaufgaben machen, etc. Die Kinder haben jederzeit die Möglichkeit, sich Hilfe, Rat und Unterstützung von anderen Kindern oder den ErzieherInnen zu holen. Langfristig soll der Kontakt zu den Familien der Kinder auf eine gesunde Basis wiederhergestellt werden.

Durch unterschiedliche Angebote wie Naturbeobachtungen, kleine Experimente, Ausflüge, Museumsbesuche, vertieft durch Bücher und Gespräche, wird die natürliche Neugier der Kinder immer wieder auf spielerische und altersgemäße Weise geweckt.

Schulische Bildung

patenschaft-6Viele Kinder, die unbeaufsichtigt lebten, besuchen seit dem Einzug in die Kinderarche zum ersten Mal eine Schule. Ausgebildete Lehrer stehen in der Kinderarche für Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe zur Verfügung. Oft ist es ein langer Weg, einem Kind, das die wilde Freiheit gewohnt war, die Wichtigkeit der schulischen Bildung zu vermitteln. Durch den Alkoholmissbrauch der Mutter während der Schwangerschaft leiden die Kinder an den Folgen wie zum Beispiel Konzentrationsschwäche und mangelndes Verantwortungsbewusstsein. Gemeinsam gehen wir diese Herausforderung an.

Medizinische Versorgung

Eine Kinderärztin und eine Psychologin kümmern sich um medizinische Belange und helfen körperliche und emotionale Misshandlungen aufzuarbeiten und Wunden zu heilen. Jedes Kind ist als ein Individuum von Gott geschaffen und wird in der Kinderarche auch als ein Solches betrachtet und behandelt. Der Alltag bietet den Mädchen und Jungen Raum, Selbstbewusstsein, Selbstständigkeit und Abgrenzung zu entwickeln.

Viele der vernachlässigten Kinder leiden an sprachlichen Defiziten. Gemeinsam mit den ErzieherInnen und Medizinern lernen sie diese Barriere zu überwinden.

Christliche Erziehung

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Die christliche Glaubenswahrheit, dass jeder Mensch von Gott geliebt und unendlich wertvoll ist, prägt das Miteinander in der Kinderarche. Daher achten wir auf einen liebevollen Ton und respektvolle Begegnungen. Diese alltägliche Verknüpfung von Glauben und Leben ist unsere wichtigste Aufgabe in der Kinderarche. Großes Gewicht legen wir auf eine christliche Erziehung, weil wir glauben, dass eine wirkliche Veränderung und Heilung der psychischen Verletzungen nur durch Gott möglich ist. Hier kann das Kind erfahren, dass es bedingungslos angenommen und geliebt wird und keine Angst vor einer weiteren Zurückweisung haben muss.