Mini - Archen Minussinsk

Aus dem Projekt „Kinderarche St. Petersburg“ ist die Idee der „Mini-Kinderarchen“ entstanden. Der Gedanke, der hinter den Mini-Kinderarachen steht, ist der, dass die Kinder nicht mehr in einem großen Heim mit vielen anderen Kindern untergebracht werden, sondern dass sie in Familien aufgenommen werden, die bereits Kinder haben.

In der Region Krasnojarsk sind bereits 2004 die ersten Mini-Kinderarchen entstanden. Eine von diesen Familien möchten wir Ihnen gerne vorstellen:

Tanja & Sascha Wesjelowy gehören zu den Menschen, die sich der Straßenkinder in Minussinsk angenommen haben. Tanja ist in einer Großfamilie aufgewachsen. Daher wünschte sie sich zusammen mit ihrem Mann Sascha ebenfalls viele Kinder. Aber nach dem fünften Kind traten Komplikationen auf und sie konnten keine weiteren Kinder mehr bekommen. Unter diesen Umständen machten sie sich Gedanken über die Adoption von Kindern. Gemeinsam gingen sie in ein Kinderheim. Zwei Kinder wurden ihnen vorgeschlagen, Ruslan und Tanja. Beide sind Vollwaisen. Der Junge ist ein Zigeunerkind. Über Tanja ist nicht viel bekannt. Bis dahin konnten diese Kinder nicht vermittelt werden, weil sie dunkelhäutig sind. Doch das war dem Ehepaar egal. Sie nahmen sich dieser beiden Kinder an!

Im Jugendamt stellte man ihnen bald Waljuscha vor. Tanja erinnert sich an den Tag als man ihnen das 3-jährige Mädchen zur Pflege angeboten hatte. „Als wir Waljuscha am nächsten Tag abholten, sagte man uns, dass sie noch eine Schwester, Katja, hat. Selbstverständlich nahmen wir auch sie in unserer Familie auf. Der Segen Gottes, den wir für uns erbeten, soll auch den vier neuen Familienmitgliedern gelten.“

Eine Großfamilie benötigt auch jede Menge Nahrungsmittel. Um diesen Bedarf zu decken, haben sich die Eltern für einen kleinen Bauernhof entschieden. Schweine, Kühe, Pferde, Gänse und Hühner, da hat Sascha alle Hände voll zu tun. Das Gute dabei ist, dass die Kinder, vor allem der älteste Sohn, hier fleißig mithelfen können und dabei eine ganze Menge lernen. Selbst Nachbarn aus dem Dorf helfen hier gerne aus.

Tanja & Sascha sehen die Erziehung der Kinder ganz klar als eine ihnen von Gott gestellte Aufgabe. Außerdem geht Sascha einer beruflichen Tätigkeit nach. Er stellt Grabsteine her. Vor allem im Sommer hat er damit viel zu tun. Neben Familie und Beruf findet er auch noch Zeit für Dienste im Rehazentrum für Drogen- und Alkoholsüchtige Menschen und für Besuche der Gefangenen im städtischen Gefängnis. Auch diese Menschen möchte er daran erinnern, dass sie von Gott geliebt sind.

Neben ihren fünf leiblichen Kindern haben die Wesjelowy´s mittlerweile sechs Pflege- und ein Adoptivkind. Das Ziel ist auch, die Pflegekinder eines Tages zu adoptieren. Die Kinder sollen sich dadurch ganz zur Familie gehörig wissen. Die Mini-Kinderarchen haben es nicht immer einfach. Gelegentlich fehlt das Geld für Grundnahrungsmittel. Vor allem, wenn mehrere Kinder zugleich krank werden, trifft es die Mutter hart. Aber sowohl Sascha als auch Tanja wissen: Gott hat sie zu diesem Dienst berufen und befähigt sie auch dazu. Er möchte diese Kinder durch Tanja und Sascha lieben.

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